Sinnerfüllte Führung zählt, Manipulation scheitert

8
Okt

By Johannes Thun-Hohenstein

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Die Erfahrung der letzten Jahre hat deutlich gemacht, dass Leadership ohne Sinnerfüllte Führung nicht entstehen kann. Und Sinn kann man nur Leben, vorleben, aus sich heraus. Sinn lässt sich nicht „aufsetzen“ oder „vorschreiben“. Das bestätigt die psychologische Forschung. Sie zeigt schon seit längerem, dass Angestellte mehr leisten, wenn sie ihre Arbeit als sinnvoll wahrnehmen, wobei sinnvolle Arbeit definiert ist, als Arbeit, die persönlich bereichernd ist und einen positiven Beitrag leistet. Viele Führungskräfte versuchen daher die Motivation ihrer Angestellten zu steigern indem sie das Sinngefühl ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gezielt stärken. Bei der Wahl der Maßnahme ist allerdings Vorsicht geboten. 

Sinnvolle Arbeit kann durch die Arbeit selbst, durch die Rolle, welche sie durch Ihre Jobaufgabe haben, durch Interaktionen innerhalb der Organisation oder durch die Organisation selbst als solche empfunden werden. Die Strategie, um die Sinnhaftigkeit zu erhöhen, fokussieren auf Job Design, Leadership, HRM und Kultur. Mitarbeiter reagieren meist positiv auf diese Strategien, wenn sie als authentisch wahrgenommen werden. Wenn sie die Strategien allerdings als manipulierend wahrnehmen, hat dies den genau gegenteiligen Effekt und kann sogar zu Erschöpfung, Burn-out oder Kündigung führen. 

Dies bedeutet für HR Manager, dass sie ihren Mitarbeitern dabei helfen sollten, einen Sinn in ihrer Arbeit zu entdecken, der auch im Unternehmensalltag gelebt wird und deshalb als authentisch gesehen wird. 

Diese Erkenntnisse habe ich im Coaching-Ansatz und Coaching-Konzept Leadership by Mindset umgesetzt.

Bailey, C., The mismanaged soul: Existential labor and the erosion of meaningful work, Resource Managemenet Review (2016), http://dx.doi.org/10.1016/j.hrmr.2016.11.001

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